10.05.2005 Gladbacher Personalien im Scheinwerfer
Dieser Tage wird rund um BMG vor allem die Trainerfrage diskutiert. Soll Horst Köppel Cheftrainer bleiben oder den Sessel für jemand anderen räumen? Für Köppel spricht einiges, besonders seine in dieser Saison erzielten sportlichen Erfolge und seine Beliebtheit bei Fans und Spielern. Jedoch scheint das Management von dieser internen Lösung nicht unbedingt überzeugt, denn es erfolgen keine eindeutigen Bekenntnisse zu "Papa Horst". Aus meiner Sicht wäre Horst Köppel die richtige Besetzung, zumal der Trainermarkt im Moment keine wirkliche Alternative anbietet. Ich glaube nicht, dass Coaches wie Wolf, Gerets oder Röber eine entscheidende Verbesserung wären.
Craig Moore will derweil wohl nicht mehr. Es ist zu hören, dass er nur wegen Dick Advocaat nach Gladbach gekommen sei und nun Abwanderungsgedanken hat. Eine derartige Einstellung ist schon ein wenig eigenartig und es fehlt auch ein wenig die Logik: Wo will Moore denn spielen, solange Advocaat keinen Job hat? Meine Meinung: Einen Profi mit solch einer Einstellung zu seinem Job sollte man getrost ziehen lassen. Nach Pletsch und van Kerckhoven wäre dies zwar der dritte Abgang auf der Position "Innenverteidiger", im Gegenzug scheint man jedoch gerade in diesem Bereich nach geeigneten Spielern zu suchen.
Viele Fans und auch mich hat der Wechsel von Bernd Korzynietz zu Arminia Bielefeld überrascht. Momentan findet bei den Westfalen eine Art Ausverkauf statt und Trainer Rapolder hat daraufhin die Flucht nach Köln ergriffen. Für den Spieler Korzynietz sicherlich ärgerlich, da er als Aktiver des Perspektivteams 2006 nun zu einer Trümmertruppe wechselt, die vermutlich in der kommenden Saison um ihre Existenz kämpfen wird.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass der Rostocker Torhüter Matthias Schober nach Gladbach wechseln wird. Dies wäre dann Torhüter Nummer 5 neben Keller, Melka, Kampa und Ramovic. Vielleicht ist es so, dass Kampa und Ramovic abgegeben werden und Schober als Nummer 2 hinter Keller fungieren soll. Der Spieler hätte damit die Perspektive 2006 die jetztige Nummer 1 (Keller) zu "beerben".
Ich denke, dass hinter den Kulissen schon fleissig an der Trainerfrage und an möglichen Neuverpflichtungen gebastelt wird. Insoweit wäre es gut, wenn man nun kurzfristig die Trainerfrage klärt, damit der Übungsleiter der Saison 2005/2006 auf die Gestaltung des Kaders Einfluss nehmen kann.
Es ist sicherlich nicht alles eitel Sonnenschein, jedoch hat Borussia, sollte der Abstieg vermieden werden (und davon gehe ich aus), ganz hervorragende Perspektiven. Ich glaube, dass manchem nicht so ganz klar ist über welches Potenzial der Klub vom Niederrhein verfügt. In der nachfolgenden Analyse soll dies einmal genauer unter die Lupe genommen werden.
Die erste Frage, welche man sich stellt, ist natürlich die nach dem Trainer der Saison 2005/2006. Hierbei ist sicherlich Horst Köppel erste Wahl, insoweit er dieses Amt wirklich annehmen will. Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass "Papa Horst" die Philosophie dieses Klubs kennt und mitträgt. Hieraus entsteht auch die Sympathie, die man ihm entgegen bringt und welche zur Akzeptanz des Trainers Köppel insbesondere bei den Fans führt. Daneben scheint er menschlich die Idealbesetzung gerade was den Umgang mit jungen Spielern angeht. Sollte er jedoch dieses Amt nicht annehmen, so muss ein Trainer gefunden werden, der wirklich passt. Und dieses Unterfangen ist momentan äusserst schwierig, wenn man betrachtet welche Trainer "am Markt" verfügbar wären. Also hoffen wir, dass Köppel es macht und das wir uns nun in eine Ära bewegen, in der der Trainer einmal in Ruhe und mit der nötigen Zeit arbeiten kann.
Auch die Fluktuation im Kader sollte ein Ende haben. Pletsch, Hausweiler, Demo, van Kerckhoven, Gaede, Schlaudraff, evtl. Ramovic und Ivic heissen die Abgänge und demgegenüber wurden zahlreiche neue Spieler verpflichtet. Unklar ist, was aus Ziege und Elber aufgrund ihrer Verletzungen wird und wohin die Reise eines Bernd Korzynietz geht. Trotz dieser Fragezeichen ist jetzt die Zeit für punktuelle und gezielte Verstärkungen eines Kaders, der durchaus gut bestückt ist.
Im Tor hat sich Keller sehr gut entwickelt. Mit Melka steht ein weiterer Keeper zur Verfügung, welcher als Zweitbesetzung durchaus akzeptabel ist. Kampa und Ramovic werden deshalb nicht unbedingt benötigt und man sollte an dieser Stelle um die Reduktion des Kaders um zumindestens einen Torhüter nachdenken. In der Abwehr stehen Fukal, Moore, Strasser, Daems, Janssen und eventuell Ziege zur Verfügung. Diese Besetzung ist etwas "dünn" und die rechte Seite sowie die Innenverteidigung sollten verstärkt werden. Zwei neue Akteure gehobenen Niveaus sollten es schon sein, wobei ich mir an dieser Stelle auch Profis a la Linke oder Kuffour gut vorstellen könnte.
Das Mittelfeld der Borussia gehört in der Besetzung Kluge, Thijs, Böhme und Broich sicherlich zu den besseren im Lande. Dazu hat man in Ulich und Heinz entsprechende Optionen und vielleicht bietet sich in der neuen Saison auch Kirch an, der ein grosses Potenzial hat. Qualitativ ist dieser Mannschaftsteil sicherlich gut bestückt, Bedenken kann man nur in quantitativer Sicht haben. Fallen in der Schaltzentrale der Borussia einmal zwei oder drei Spieler aus, dann wird es eng. Ein neuer Akteur, ggf. ein Perspektivspieler, würde sicherlich nicht schaden.
Im Angriff verfügt BMG mit Neuville/Sverkos über ein sehr gutes Sturmduo. Daneben stehen Akteure wie Elber, Sonck, van Hout oder Polanski zur Verfügung. Dieser Bereich bedarf sicherlich keiner weiteren Neuerwerbung. Ganz im Gegenteil: Sind alle fit und in Form hat der Trainer wirklich die "Qual der Wahl".
Fasst man die Personalsituation zusammen, so sollte man zur neuen Spielzeit zwei bis drei weitere Profis verpflichten. Ein rechter Verteidiger, ein Innenverteidiger und ein Spieler fürs Mittelfeld sollten ausreichen um in der Spielzeit 2005/2006 in der Tabelle merklich zu klettern. Um im Gesprachgebrauch eines Hans Meyer zu bleiben sollten die Neuen jedoch wirkliche "Basisspieler" sein, die das Niveau des Teams weiter anheben.
Die Perspektive des Clubs ist generell gut: Neues Stadion mit gutem Zuschauerzuspruch, Rekordgewinn im letzten Jahr und Lizenz ohne Auflagen. Hieraus ergeben sich wirtschaftliche Möglichkeiten mit denen eine Verstärkung des Kaders durchaus möglich ist. Entscheidend ist aber auch, dass man mit Janssen, Kluge, Broich und Sverkos vier ganz junge Spieler in der Stammformation hat, die gerade am Anfang ihrer Karriere stehen. Sie haben noch Potenzial zur Leistungssteigerung und die Mischung mit erfahrenen Aktiven (wie Moore, Keller, Böhme oder Neuville) scheint zu stimmen. Dahinter stehen mit Polanski oder Kirch weitere Talente in den Startlöchern und vielleicht gelingt in der nächsten Saison einem weiteren jungen Spieler der Durchbruch.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir in der nächsten Saison nicht um den Klassenerhalt zittern werden (so er diese Saison gelingt). In der neuen Spielzeit wird es für Borussia sportlich merklich aufwärts gehen, zittern müssen dann andere (die Aufsteiger oder Clubs wie Mainz oder Bielefeld). Um es kurz zu sagen: BMG ist auf einem guten Weg!
Advocaat und Hochstätter zurückgetreten, Pletsch fristlos gekündigt, Köppel neuer Trainer, Pander neuer Sportdirektor, Hausweiler nach Duisburg....die Nachrichten aus Gladbach überschlagen sich förmlich. Gehen wir jedoch gedanklich einmal weg von diesen zumeist negativen Schlagzeilen und fragen wir uns, was BMG jetzt benötigt und was positiv gesehen werden kann.....
Zunächst einmal sind Advocaat und Hochstätter ein hohes Risiko gegangen und der erhoffte Erfolg hat sich nicht eingestellt. Von daher sind diese beiden Rücktritte logische Konsequenzen und machen den Weg frei für einen Neubeginn. Zu hoffen ist, dass dies der Aufbruch in eine neue Ära ist, die sich insbesondere durch Kontinuität auszeichnet. Egal, ob Borussia absteigt oder nicht: Es muss zur neuen Saison eine sportliche Leitung (sprich Trainer und Co-Trainer) eingesetzt werden, die nachfolgend über einen längeren Zeitraum arbeitet und eine Mannschaft formt. Natürlich wäre hierbei der Klassenerhalt von enormen Vorteil, da in diesem Fall Spieler wie Elber, Sonck, Neuville oder Thijs sicherlich in Gladbach verbleiben werden. Festzuhalten bleibt also, dass sowohl im Trainerstab, als auch im Spielerkader die hohe Fluktuation der vergangenen Jahre ein Ende haben muss. Andernfalls wird man ein Krisenklub bleiben und die Mannschaft wird sich nicht entwickeln können. Schafft man aber den Klassenerhalt, verstärkt die Mannschaft gezielt (punktuell) und verpflichtet einen wirklich passenden Trainer, so bin ich mir ziemlich sicher, dass Borussias Perspektive dann ganz hervorragend ist.
Meyer, Lienen, Fach, Köppel, Advocaat und wieder Köppel hiessen die Trainer der jüngsten Vergangenheit. Nun ist zu überlegen, wer zur neuen Saison 2005/2006 die Geschicke leiten wird und aus meiner Sicht steht nur fest, dass diese Verpflichtung absolut passen muss. Man kann die ganze Geschichte aus zwei Sichten sehen. Sicht 1: Wie sollte der neue Trainer nicht sein? Er sollte kein internationaler Klassemann (Sprache!) sein, aber auch kein Newcomer. Sicht 2: Welche Attribute sollte der neue Trainer haben? Die Spieler sollten ihn akzeptieren und respektieren. Demnach wäre es sinnvoll, wenn der Kandidat über eine gewisse Erfahrung verfügen würde. Es sollte ein Coach sein, der bei den Fans beliebt ist und weiss, wie man mit dem Publikum umgeht. Zudem müsste er auch psychologisch geschickt sein, um das Trauma dieses zum Chaos-Klub mutierten Vereins vergessen zu machen. Als letztes muss dieser Trainer ein Mann mit Konzept sein, dem man dann auch die nötige Zeit gibt, um eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Solch einen Trainer zu finden ist sicherlich nicht einfach, aber es gibt eine Reihe von Coaches auf die dieses Anforderungsprofil passt. Heynckes, Effenberg, Toppmöller und Matthäus scheiden m.E. aus, da sie dieses Profil nicht erfüllen oder nicht mehr wollen (Heynckes) - Winni Schäfer und Jürgen Röber passen hingegen bedingt. Sehr gut vorstellen könnte ich mir Uwe Rapolder oder Ottmar Hitzfeld, wobei fraglich ist, ob einer der beiden zur Verfügung steht. Auch Christoph Daum wäre sicherlich eine hervorragende Wahl, obschon er bei manchem noch recht umstritten ist. In jedem Fall sollte der neue Trainer über eine gewisse Reputation verfügen und nicht von Beginn an umstritten sein. Alleine dieser Umstand grenzt die möglichen Kandidaten ein.....
Noch ein Wort zu den aussortierten Profis und insbesondere Marcello Pletsch. BMG hat in seinem Kader eine ganze Reihe von Spielern, welche nicht geeignet erscheinen, wenn man höhere Ziele erreichen will. Hausweiler, Demo und Pletsch hatten, rein sportlich betrachtet, keine echte Chance mehr gegen die Konkurrenten auf ihren Positionen. Von daher ist nachvollziehbar, dass diese Spieler keine Berücksichtigung mehr fanden und sich zur Saison 2005/2006 neue Vereine suchen sollen. Hierbei war Marcello Pletsch ein bei den Fans sehr beliebter Spieler, der durchaus Kultstatus hatte. Wenn er nun über die Medien und per Gericht gegen die Borussia vorgeht, so schadet er damit m.E. in erster Linie sich selber. Oder würden Sie als Vereinsboss solch einen Profi mit Kusshand verpflichten? In jedem Fall ist die Entwicklung im Fall Pletsch eine recht traurige Geschichte und auch sicherlich in der momentanen Lage wenig hilfreich.
Aber bleiben wir bei den positiven Aspekten, die wir betrachten wollen. Die Lage ist sicherlich ernst, jedoch nicht hoffnungslos. Borussia hat das Heft des Handelns noch in der eigenen Hand und ist nicht auf fremde Hilfe angewiesen. Um die Klasse zu halten muss man zumindestens zwei der letzten fünf Spiele gewinnen, was sicherlich ein schweres aber keinesfalls unmögliches Unterfangen ist. Bochum oder Rostock haben es an dieser Stelle wesentlich schwerer, denn sie sind auf fremde Hilfe angewiesen.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an die beiden Abstiegskämpfe, welche Bayer Leverkusen vor garnicht allzulanger Zeit zu bestehen hatte. Im Folgejahr kam dann der Aufschwung und heute gehört Bayer04 wieder zu den Teams der oberen Hälfte der Liga. Einen ähnlichen Auswärtstrend kann ich mir bei Borussia auch vorstellen, insoweit man den Klassenerhalt schafft. Hoffen wir also, dass die Fohlen die dringend benötigten Punkte holen und wir nachfolgend in ruhigere Fahrwasser gelangen..........
11.04.2005 Was würde eigentlich ein Abstieg der Borussia bedeuten?
Irgendwie scheint es mir so, als ob alle Fans und Verantwortlichen der Borussia einen möglichen Abstieg verdrängen. Es besteht zwar die Gefahr, aber keiner glaubt so recht daran, dass wir in der nächsten Saison in Liga Zwei stehen könnten. Was aber nun, wenn dieser Fall eintritt? Nachfolgend eine Analyse......
Anstatt des anvisierten Rekordetats von 48 Millionen Euro für die nächste Saison in Liga 1 würde das Budget wesentlich geringer ausfallen und vermutlich die Hälfte dieses Betrages ausmachen. Demzufolge müsste man sich von zahlreichen Profis trennen, da deren Gehälter nicht mehr tragbar wären. In diese Kategorie fallen folgende Akteure: Moore, Ziege, Heinz, Thijs, Böhme, Neuville, Elber und Sonck. Daneben gibt es die Kategorie derer, die für andere Klubs interessant sind und demzufolge den Verein verlassen dürften, was insbesondere auf Kluge und Sverkos zutrifft. Als dritte Klasse lassen sich noch die Spieler lokalisieren, die ausgemustert und bereits auf der Suche nach einem neuen Klub sind: Korzynietz, Pletsch, Demo, Hausweiler und Ramovic. Daneben wird van Kerckhoven seine Karriere in der 1.Liga beenden. Es verbliebe also nur noch ein "kleiner Haufen" an Getreuen, der Borussia in Liga Zwei zur Verfügung stünde: Keller, Kampa, Melka, Fukal, Strasser, Daems, Janssen, Broich, Ulich, van Hout und Polanski. Dies wären 11 Profis, wobei es sich bei drei von ihnen um Torhüter handelt. Man stünde also vor einem völligen Neuaufbau.
Auch das sportliche Management müsste in diesem Fall des Falles (sprich: Abstieg) ausgewechselt werden. Weder Advocaat, noch Hochstätter wären haltbar, wobei der Vorstand sicherlich die Verantwortung bei dieser operativen Ebene suchen würde und demzufolge nicht unbedingt mit Rücktritten zu rechnen wäre.
Vor allem würde es die Borussia aber wirtschaftlich hart treffen. Die Aufbauarbeit mehrerer Jahre wäre mit einem Schlag dahin und Sponsoren- und Fernsehgelder würden nur noch in geringeren Mengen fliessen. Und gerade weil man sich in einem Aufwärtstrend befindet (sieht man es rein wirtschaftlich und zieht man den geplanten Rekordetat der nächsten Saison heran) wäre ein Gladbacher Abstieg wirtschaftlich eine ganz bittere Pille.
Ein Abstieg wäre somit ein riesiger Rückschritt und aus diesem Grund kann man nur hoffen, dass der Borussia dieses Dilemma erspart bleibt.
Mit Marcello Pletsch, Igor Demo und Markus Hausweiler hat Borussen Trainer Dick Advocaat drei Spieler aus dem Profikader gestrichen, welche nun für die Gladbacher U23 spielen sollen. Zudem wurde den Spielern wohl mitgeteilt, dass sie als Profi bei den Mönchen keine Perspektive mehr haben und sich demzufolge neue Vereine suchen sollen. Versuchen wir nachfolgend einmal diese Personalentscheidung zu analysieren.
Zunächst einmal ist dieser "Schnitt" keine Schwächung der Borussia, da die drei Spieler nicht zur ersten Besetzung zählten bzw. nur noch eine untergeordnete Rolle spielten. Diese Personalien verdeutlichen jedoch, dass Trainer Advocaat seine Vorstellungen konsequent umsetzt und weiter an der "neuen Borussia" bastelt. An dieser Stelle muss man sehen, dass mit Ivic, Schlaudraff und Gaede bereits in der Winterpause drei Spieler abgegeben wurden. Rechnet man den aussortierten Ramovic noch hinzu und geht davon aus, dass Korzynietz zum Saisonende wechselt, dann sind es bereits acht Spieler, die unter Advocaat ausgemustert wurden. Nummer neun bildet dann van Kerckhoven, der sicherlich aufgrund seines Alters zurück in seine Heimat will. Man sollte davon ausgehen, dass weitere Abgänge folgen werden und dieser personelle Umbruch noch zu Beginn der neuen Saison spürbar sein wird. Spieler wie Thomas Broich oder Joris van Hout sind sicherlich ebenfalls Kandidaten, die ihrer Sache nicht sicher sein dürfen. Ferner bleibt abzuwarten, was aus Marek Heinz und Christian Ziege wird. Eigentlich dürften sich nur folgende Spieler sicher sein auch in der kommenden Saison in Gladbach zu spielen: Keller, Fukal, Strasser, Moore, Daems, Janssen, Böhme, Thijs, Kluge, Ulich, Sverkos, Polanski, Neuville, Sonck und Elber.....
Auf einen einfachen Nenner gebracht lautet das Fazit, dass lediglich 15 Gladbacher Profis sich ihres zukünfigten Arbeitsplatzes sicher sein dürfen. Alle anderen haben mehr oder weniger gute Karten bei diesem "Bäumchen wechsel Dich Spiel". Ich glaube, dass hierin auch einer der Hauptgründe der Gladbacher Talfahrt liegt. Eine Fussballmannschaft ist ja nicht nur die Aneinanderreihung beliebiger Namen, sondern fusst auf Automatismen und einer Hierarchie. Genau in diesen Punkten scheint mir das Manko der Advocaat-Truppe zu liegen, denn der Kader besteht momentan aus vielen Problemfällen. Man kann es klassifizieren in "die Aussortierten", "die fast Aussortierten", "die dauernd Verletzten" bzw. "die Stammkräfte" und solch eine ungeordnete Struktur ist nicht leistungsfördernd.
Genau an dem vorgenannten Punkt muss man dem Gladbacher Management die notwendige Kompetenz absprechen. Es fehlt an Kontinuität und die Fluktuation im Trainer- bzw. Spielerbereich ist in den vergangenen beiden Jahren wesentlich zu hoch. Dieses Vorgehen ist hierbei nicht nur teuer, sondern lässt auch keine kontinuierliche Entwicklung einer Mannschaft zu. Es fehlt in Gladbach m.E. die Erkenntnis, dass ein Team wachsen muss. Ein Kader mit Youngstern a la Schlaudraff, Gaede, Janssen, Korzynietz, Broich, Sverkos, Kluge und Polanski plus einiger punktueller und gezielter Verstärkungen wäre sicherlich optimal gewesen. Anstatt dessen leistet man sich einen teuren Kader, der leistungsmässig nicht annähernd das bringt, was man zu erhoffen gewagt hat. Gleichzeitig sortiert man nach und nach die Spieler mit Perspektive aus und verfügt bereits jetzt über den Kader mit dem höchsten Durchschnittsalter in Liga 1. Manchmal ist einfach weniger mehr. Der Fall Forsell war ein gutes Beispiel dafür, wie die Verpflichtung eines einzigen Spielers das Niveau einer kompletten Mannschaft schlagartig hebt. Ein gutes Beispiel für solch eine kontinuierliche Entwicklung ist Werder Bremen. Man gibt zwar immer wieder starke Spieler ab, holt im Gegenzug aber punktuell neue Akteure und läuft so nicht Gefahr das Grundgefüge der Mannschaft zu verletzten. Das negative Beispiel dafür wie es personell nicht laufen sollte ist der Namensvetter aus Dortmund, wo man relativ wahllos grosse Einkaufstouren abgehalten hat, unter denen man heute massiv leidet.
Augenblicklich gefährlich ist, dass dieser massive Umbruch vor dem Hintergrund des Abstiegskampfes erfolgt. Mannschaften wie Rostock, Bochum oder Mainz sind in sich geschlossene Einheiten, auch wenn sie personell schwächer besetzt sind. Diese Teams kämpfen ums Überleben, während BMG manches Mal den Eindruck einer Söldnertruppe macht. Man sollte sich darüber im klaren sein, dass Borussia auf einem sehr schmalen Grad wandert. Geht kein Ruck durch dieses Sammelsurium von Spielern und stellt sich nicht bald ein Erfolgserlebnis ein, so ist die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs hoch.
Es ist aber nicht alles negativ, was sich im Sportpark Nord tut. Sollte Borussia den Klassenerhalt schaffen, so hat man für die kommende Saison ausgezeichnete Perspektiven. Die Besetzung des Angriffs mit Elber, Sonck, Neuville und Sverkos ist, wenn alle fit sind, Garant für offensiven Wirbel vom feinsten. Findet sich im Mittelfeld noch ein Passgeber und Lenker, wobei Broich und Heinz durchaus die notwendigen Qualitäten haben, so können aus diesem Mittelfeld heraus durchaus Akzente gesetzt werden. Verstärken sollte man jedoch die Defensive und hierbei insbesondere innen und rechts. Auch wenn es hart klingen mag: Wenn Borussia oben mitspielen will (und dies ist ja wohl Ziel der Übung), dann reichen die Qualitäten von Spielern wie Demo, Pletsch oder Hausweiler für diesen Anspruch nicht aus. Vor diesem Hintergrund muss man wohl diese Ausmusterung betrachten, wobei es persönlich für diese sympathischen und auch beliebten Akteure schade ist.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es für Borussia knapp werden wird. Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass BMG sich am Ende rettet. Eine positive Entwicklung werden wir dann in der Saison 2005/2006 erleben und es wird nach langer Zeit nicht mehr für die Fohlen um den Klassenerhalt gehen. Mit entsprechenden Verstärkungen ist in der kommenden Saison durchaus eine Platzierung in der ersten Hälfte der Liga möglich. Schauen wir also optimistisch nach vorne und drücken wir die Daumen.
Jetzt wird nicht mehr gekleckert, jetzt wird geklotzt in Gladbach.....Peer Kluge hat seinen Vertrag verlängert und Nico van Kerckhoven wird den Verein verlassen. Zur neuen Saison sollen dann vier neue Spieler verpflichtet werden, vornehmlich für die Bereiche Angriff, Spielmacher, rechte Abwehrseite und Innenverteidigung. Der neue Etat bewegt sich hierbei auf Rekordniveau und beläuft sich auf 48 Millionen Euro.
Grundsätzlich ist hierbei zu begrüssen, dass man Verstärkungen holen will. Über die zu besetzenden Positionen lässt sich jedoch trefflich streiten. In Anbetracht der vorhandenen Spitzen Neuville, Sonck, Elber und Sverkos muss man hinterfragen, wozu ein weiterer Angreifer überhaupt geholt werden soll. Ganz im Gegenteil: Ein Joris van Hout scheint überzählig und mit Polanski und Janssen stehen weitere Optionen im vordersten Bereich zur Verfügung. Ergo gilt: Eine Besetzung des Angriffs mit Neuville, Sonck, Sverkos, Elber und Polanski dürfte mehr als ausreichend sein und eine weitere Verpflichtung fällt demnach in die Rubrik "Verschwendung".
Was das Mittelfeld angeht, so ist die personelle Besetzung dieses Mannschaftsteils in starker Abhängigkeit zum Spielsytem zu betrachten. Ein 4-3-3 lässt die Rolle des Spielmachers nicht zu und nur im Rahmen eines 4-4-2 wäre die Besetzung der Position hinter den Spitzen relevant. Nun hat man genau an dieser Stelle "Spielmacher" eine ganze Reihe von Optionen, die man anscheinend jedoch nicht nutzen will. Sonck, Broich oder Heinz heissen die Kandidaten, die fussballerisch alles erforderliche mitbringen. Marek Heinz scheint jedoch mit dem harten Konkurrenzkampf in der 1.Liga nicht klar zu kommen und man sollte auf dieser Position zwischen Sonck oder Broich wählen. Ein Mittelfeld mit Akteuren wie Thijs, Broich, Böhme, Kluge, Demo oder Ulich birgt sicherlich genügend Qualität für den Alltag der 1.Liga. Hingegen erscheinen die Tage eines Markus Hausweiler gezählt, der wohl nicht mehr hoch im Kurs steht. Ergo gilt: Eine Verstärkung des Mittelfeldes wäre begrüssenswert, wenn sich eine wirkliche "Gelegenheit" auf dem Transfermarkt ergibt. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass der Name Sebastian Deisler durch die Gerüchteküche geistert. Es ist aber anzunehmen, dass eine Verpflichtung in dieser finanziellen Grössenordnung nicht zu stemmen ist.
Der aktuell problematischste Mannschaftsteil ist sicherlich die Verteidigung. Gesucht wird ein rechter Offensivverteidiger, was schon in Anbetracht eines Bernd Korzynietz unverständlich erscheint. Anstatt auf dieser Position nach neuen Akteuren Ausschau zu halten, sollte man Kozzes Vertrag schnellstens verlängern. Auf der anderen Seite besteht der Verdacht, da man auf dieser Position sucht, dass Kozze evtl. schon mit einem anderen Club einig ist. Die zweite Option heisst Milan Fukal und passt nicht unbedingt ins Bild eines Offensivverteidigers. Defensiv zuverlässig, setzt er zu wenig Impulse in Richtung Offensive. Was Borussia allerdings am dringensten benötigt ist ein Innenverteidiger vergleichbar dem früheren Gladbacher Abwehrchef Patrick Andersson. BMG bedarf eines schnellen, zweikampfstarken Führungsspielers, der sowohl in der Spieleröffnung Akzente setzen, als auch eine Abwehr organisieren kann. Spieler solcher Prägung sind rar und viele Bundesligisten haben genau an dieser Stelle ein markantes Problem. Hier den passenden Mann zu finden wird schwierig und zudem teuer. Ergo gilt: Aus meiner Sicht sollte man die Verstärkung der Innenverteidigung an oberste Stelle setzen und im Gegenzug auf neue Stürmer, Spielmacher oder Aussenverteidiger verzichten. In diesem Punkt gilt "lieber Klasse statt Masse" oder "Qualität statt Quantität". Oder einfacher gesagt: Anstatt einige Millionen auf die anvisierten vier neuen Leute zu verteilen, sollte man überlegen, ob nicht der Kauf eines Klassemannes auf der Position Innenverteidigung mehr Sinn macht. Im übrigen dürfte die linke Abwehrseite mit Daems, Janssen und Ziege ausreichend besetzt sein und zum Thema Torhüter ist zu sagen, dass sich zumindestens einer zuviel an Bord befindet.
Bevor man jedoch in diese Gedankenspiele verfällt steht zunächst das Thema Klassenerhalt im Fokus. Erst wenn dieser erreicht wurde lassen sich neue Ziele in Angriff nehmen. In der nächsten Saison will man ins obere Drittel der Bundesliga vorstossen und mit der Verpflichtung entsprechender starker "Basisspieler" sollte man diesem Ziel näher kommen können. Je früher man hierbei den Klassenerhalt sichert, desto besser ist die Verhandlungsposition für Neuverpflichtungen. Ein guter Beginn wäre hierbei ein Sieg gegen den VfL Bochum am kommenden Wochenende, denn dies wäre ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht geht es dann ja bald wieder in höhere Tabellenregionen........