Die Bundesliga in den 60er und 70er Jahren

Viele Dinge, die heute selbstverständlich sind waren in den Jahren von 1960 bis Ende der 70er schlicht unvorstellbar. Von einigen dieser Dinge wollen wir Ihnen nachfolgend berichten. Der erste Bundesligatorschützenkönig war Uwe Seeler. Er schoss in der Saison 1963/64 30 Tore. Erster Meister wurde damals der 1.FC Köln. Die einzige Mannschaft, die von dieser Zeit an ununterbrochen in der 1.Bundesliga gespielt hat bzw. spielt ist der Hamburger SV. Die Traditionsklubs Bayern und Borussia Mönchengladbach stiegen erst 1965 auf. In der Saison 1963/64 wird übrigens auch die erste Platzsperre ausgesprochen. Der 1.FC Köln wird nach Tumulten im Spiel gegen den Meidericher SV (MSV Duisburg) ins Stadion am Zoo versetzt.

Aufgrund von Unregelmässigkeiten in den Büchern muss Hertha BSC 1965 den Zwangsabstieg hinnehmen. Da man der Ansicht ist, dass aber ein Berliner Verein in der Bundesliga spielen muss rückt Tasmania 1900 Berlin ohne sportliche Qualifikation nach. Tasmania wird Rekordhalter, was das negative Abschneiden in der 1.Liga angeht. Mit 8:60 Punkten bei 15:108 Toren (!) steigt man sofort wieder ab.

1967 wird Eintracht Braunschweig unter Trainer Helmuth Johannsen Deutscher Meister. Die Siegprämie beträgt 5.000,- DM pro Spieler!

Im Jahre 1970 haben sich die Zeiten schon etwas geändert. Unter Trainer Hennes Weisweiler wird Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister. Jeder Spieler erhält 10.000,- DM Prämie.

Rudi Gutendorf schafft 1971 als erster Trainer das Kunststück in einer Saison bei zwei Vereinen entlassen zu werden. Zunächst muss er bei Schalke 04 - später dann auch bei Kickers Offenbach den Hut nehmen. In der Saison 1970/71 bricht am Gladbacher Bökelberg im Spiel gegen Werder Bremen ein Torpfosten. Anstatt eines Wiederholungsspieles wird die Partie zugunsten von Werder gewertet.

Der Bundesligaskandal endet 1972 mit dem Zwangsabstieg von Arminia Bielefeld. Die Lawine hatte der Offenbacher Präsident Canellas mit seinen Enthüllungen über Schmiergelder ins Rollen gebracht.

Negativ Rekord bei den Zuschauerzahlen in der Saison 1972/73, welcher vermutlich auch mit dem Bundesliga-Skandal in Verbindung stand. 1972/73 sahen im Schnitt nur 16372 Zuschauer die Spiele.

Erster Bundesligaklub mit Trikotwerbung wird Eintracht Braunschweig. Die Norddeutschen laufen mit Werbung für "Jägermeister" (Unternehmen gehört dem Eintracht-Präsidenten Mast) auf. Der Fall Jägermeister sorgt für einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem DFB.

Die Zuschauer kommen zurück. 7,9 Millionen Fans sehen 1977/78 die Spiele - ein Schnitt von knapp 26.000 pro Partie. In der Saison 1978/79 schlägt General Winter zu. Insgesamt fallen 46 (!) Spiele aus und müssen nachgeholt werden. Sie glauben garnicht wer schon alles in der 1.Bundesliga gespielt hat. Nachfolgend eine ganze Reihe von Vereinen, die man teilweise schon längst vergessen haben wird: Tasmania Berlin, Blau Weiss 90 Berlin, VfB Leipzig, Preussen Münster, Fortuna Köln, SSV Ulm, TB Berlin, Darmstadt 98, Stuttgarter Kickers, FC Homburg, Wuppertaler SV, SpVgg Unterhaching, Alemania Aachen, RW Oberhausen, 1.FC Saarbrücken, Energie Cottbus, Wattenscheid 09, FC St.Pauli, RW Essen, Kickers Offenbach, Waldhof Mannheim, KFC Uerdingen.

Mister Bulicheck - Experte für Borussia Mönchengladbach und die Fussball Bundesliga!