Borussia und seine Trainer.....


In seiner langen Bundesliga Geschichte beschäftigte Borussia drei Trainer, die zu den besten Trainern aller Zeiten gerechnet werden dürfen. Es erstaunt somit nicht, dass viele Gladbacher Spieler später auch als Trainer aktiv wurden und teilweise sogar noch sind.

Die drei Trainer, von denen wir hier sprechen, heissen Hennes Weisweiler, Udo Lattek und Jupp Heynckes. Bemerkenswert: Diese drei Trainer folgten, am damaligen Bökelberg, aufeinander!

Blenden wir 40 Jahre in der Zeit zurück! Die 70iger Jahre waren die erfolgreichste Zeit, die Fussball Deutschland jemals erlebt hat! Blicken wir auf die Nationalelf: 1970 WM Dritter in Mexiko, 1972 Europameister, 1974 Weltmeister, 1976 Vize Europameister, 1980 Europameister! Hierzu gesellten sich Erfolge der Deutschen Teams im Europacup. Bayern München gewann dreimal den Pokal der Landesmeister und Borussia Mönchengladbach errang zweimal den UEFA Cup!

Viele deutsche Weltklassespieler tumelten sich in der Bundesliga der wilden Siebziger: Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeness, Rainer Bonhof, Günther Netzer, Wolfgang Overath oder Gerd Müller seien exemplarisch genannt!

In den 70igern bestimmten drei "Übertrainer" das Bild. Die Nationalelf wurde von Helmut Schön betreut. Coach der Bayern war Udo Lattek und Ziehvater und Trainer der Gladbacher Fohlen war Hennes Weisweiler. Weisweiler und Lattek waren die Konkurrenten dieser Zeit. Auf der einen Seite der Offensiv-Fanatiker Weisweiler, auf der anderen Seite der nüchterne Erfolgsfussball a la Udo Lattek.

Zur damaligen Zeit galten die spanischen Spitzenklubs als das Mekka des Profifussballs. Vor allem Borussia Mönchengladbach musste zahlreiche Stars in Richtung Süden ziehen lassen. Man denke an Akteure wie Jensen, Simonsen, Netzer, Stielike oder Bonhof. Auch Hennes Weisweiler zog es gen Süden als er Mitte der Siebziger zum grossen CF Barcelona wechselte.

Weisweilers Nachfolger in Mönchengladbach wurde sein grösster Rivale, Udo Lattek. Unter Lattek feierte die Borussia weitere Erfolge, auch wenn das Spiel der Fohlen unter ihm sachlicher wurde.

Jupp Heynckes erlebte, als Spieler, beide Trainer. Er wurde später, nach Ende seiner Spielerkarriere, Co-Trainer unter Udo Lattek. Und als dieser, Ende der Siebziger, Mönchengladbach verliess wurde Henyckes als Cheftrainer der Borussia inthronisiert. Heynckes machte damals, mit bescheidenen Mitteln, einen sehr guten Job. Er formte eine neue Fohlenelf, die man mit Namen wie Rahn, Matthäus, Frontzeck, Mill, Lienen oder Borowka in Verbindung bringen kann.

Es erstaunt insoweit nicht, dass Jupp Heynckes ein derart erfolgreicher Trainer wurde. Heynckes vereinigt Dinge, die wahrscheinlich seinen Erfolg ausmachen: Disziplin plus hohes fachwissen plus Menschlichkeit. Und dabei blieb Henyckes stets authentisch, was ihn von manchem exzentrischen Zeitgenossen des Fussballgeschäftes so angenehm unterscheidet. Als Aussenstehender lässt sich nicht beurteilen, inwieweit Heynckes Lehrmeister Lattek und Weisweiler mit zu dieser Souveränität und zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Mönchengladbach war über mehr als zwanzig Jahre der Klub Deutschlands, der für absolute Kontinuität stand. Man gab nur das aus, was man einnahm. Und der Begriff "Trainerentlassung" war ein Fremdwort am Bökelberg. Eine Entwicklung, die bis weit in die 80iger Jahre anhalten sollte.

Irgendwann zogen aber auch die Mechanismen des grossen Fussballgeschäftes in Mönchengladbach ein. Eine ganze Reihe von Trainern gab sich in Mönchengladbach die Klinke in die Hand: Wolf Werner, Gerd vom Bruch, Hannes Bongartz, Jürgen Gelsdorf oder Friedel Rausch seien genannt. Eine gewisse Beständigkeit lässt sich nur noch mit den Namen Bernd Krauss, Hans Meyer und Lucien Favre verbinden.

Das Fazit: Borussias Trainer haben Fussballgeschichte geschrieben und schreiben sie noch heute. Und Borussia selber war stets nur dann erfolgreich, wenn es Kontinuität auf dem Trainerstuhl gab!